Stufenprofil 3. Stufe1. Die Jugendlichen im DrittstufenalterWer sind sie? Die Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren leben in der zweiten Phase der
Jugend, die sie bis zur Schwelle des Erwachsenenalters bringt. Während dieser Zeit orientieren sich die Jugendlichen in Hinblick auf ihre
berufliche Zukunft (Lehrzeit oder Schulzeit). Ebenso entscheiden sie, in welchen
Verbänden, Vereinen und bei welchen Projekten sie sich engagieren wollen, um das zu
realisieren, was ihnen ein persönliches Anliegen ist. Sie zeigen durch ihr oft
idealistisches Engagement die Werte, die ihnen wichtig
sind. Obwohl die Jugendlichen die Gruppe der Gleichaltrigen brauchen, ziehen sich
die jungen Menschen auch gerne zurück, um anderen Interessen nachzugehen, um Zeit zu
haben für sich selbst und um neue Freundschaften zu schliessen. In diesem Alter suchen die Jugendlichen vermehrt nach einem Gefühl von
Selbständigkeit gegenüber der Familie. Ausgänge und Ferien finden oft mit
gleichaltrigen Jugendlichen statt. Dieses neue Gefühl der Selbständigkeit wird auch
durch die ersten kleinen Jobs oder sogar durch den Beginn der Lehrzeit bestärkt. Das
Geld, das sie verdienen, erlaubt ihnen eine erste kleine finanzielle Unabhängigkeit
von den Eltern. Was wollen sie? Jugendliche wollen
2. Die Ziele Die 3. Stufe setzt sich dafür ein, den Jugendlichen das Umfeld zu bieten, sich
ihren Eigenschaften und Bedürfnissen gemäss zu entwickeln und folgende Ziele zu
erreichen:
Die Beziehung zur Persönlichkeit: selbstbewusst und
selbstkritisch sein. Die Jugendlichen:
Die Beziehung zum Körper: sich annehmen und sich ausdrücken. Die
Jugendlichen:
Die Beziehung zu den Mitmenschen: anderen frei begegnen und sie
respektieren. Die Jugendlichen:
Die Beziehung zur Welt: kreativ sein und umweltbewusst handeln.
Die Jugendlichen:
Die Beziehung zu Gott, spirituelle Beziehung: offen sein und
nachdenken. Die Jugendlichen:
3. Die MethodenPersönlicher Fortschritt In der 3. Stufe ist der Persönliche Fortschritt stark an Erlebnisse mit der
Equipe gebunden. Die Equipe plant eigenständig ihre Unternehmungen, führt sie durch
und wertet sie aus. In diesem Vorgang lernen die einzelnen Mitglieder, persönliche
und gemeinsame Ziele zu setzen. Die Equipe und jedes einzelne Mitglied werden von
Unternehmung zu Unternehmung immer einen Schritt selbständiger, und die Aktivitäten
können dadurch immer anspruchsvoller werden. Gesetz und Versprechen Das Pfadigesetz und das Versprechen lauten gleich wie in der 2. und 4. Stufe.
Das Pfadigesetz ist eine minimale Auswahl von Spielregeln, an die sich alle
Mitglieder der Pfadibewegung im Umgang mit den Mitmenschen und der Umwelt halten
wollen. In der 3. Stufe kann das Pfadigesetz als Grundlage für den Equipen-Pakt
dienen. Im Pakt steht alles, was die Equipenmitglieder unter sich vereinbart haben.
Er soll immer wieder abgeändert und verbessert werden und mit dem Inhalt müssen alle
Equipenmitglieder einverstanden sein. Leben in der Gruppe Die Drittstüfler organisieren sich in Equipen mit freier, veränderlicher
Aufgabenteilung, das heisst, dass je nach Bedarf die Aufgaben untereinander verteilt
werden. Die Equipe ist eine Gemeinschaft gleichberechtigter Mitglieder; ihre ideale
Grösse liegt zwischen 5 und 10 Mitgliedern. In dieser Kleingruppe können Jugendliche
aus einem Jahrgang oder aus mehreren zusammenkommen und je nach Wunsch der Abteilung
und der Mitglieder der Equipe, gibt es gemischtgeschlechtliche Equipen. Eine weitere
Möglichkeit ist, dass sich Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen neben ihrer
Tätigkeit in der 2. Stufe zu einer «Venner-Equipe» zusammenfinden und am Programm
der 3. Stufe teilnehmen. Rituale und Traditionen Rituale und Traditionen helfen bei der Gestaltung des Equipenalltages. Es gibt
Traditionen und Rituale, die uns am weltweiten Pfadileben teilhaben lassen
(Versprechensfeiern, Thinking Day usw.) und solche, die vielmehr die Besonderheit
der Abteilung und Eigenständigkeit der Equipe hervorheben (Bekleidung, Name und
Sprache, usw.). Beide gehören zum Pfadileben. Mitbestimmen und Verantwortung tragen Einer der wichtigsten Bausteine zum Entstehen des Gruppengeistes sind
gemeinsam ausgesuchte, geplante und durchgeführte Aktivitäten. Die typische
Arbeitsform der 3. Stufe ist die Unternehmung, die sich immer in fünf verschiedene
Phasen einteilen lässt: Ideenfindung, Wahl der Unternehmung, Vorbereitung,
Durchführung und Auswertung. Draussen leben In der 3. Stufe ist die Natur der Platz, um sich immer wieder neuen
Herausforderungen zu stellen. Die Bandbrei-te reicht von sportlichen Aktivitäten,
über das einfache Leben in einem Lager bis hin zu Einsätzen im Bereich Umweltschutz.
Draussen leben heisst auch, auf Menschen zugehen und fremde Kulturen erforschen zu
wollen. Eingeschlossen in die eigenen vier Wände kommt niemand «zäme wiiter», wie es
im Wahlspruch heisst. Drittstüfler/innen brauchen die Welt draussen vor der Tür, um
zu sehen, zu verstehen und zu handeln! Wanderlager bieten die beste Möglichkeit,
viel zu sehen, zu hören, zu erleben und zu erfahren. Spielen Spiele helfen in dieser Altersstufe besonders, Strategien zu entwickeln, die
ins Alltagsleben umgesetzt werden können. Spiele geben die Möglichkeit, Dinge
auszuprobieren, Situationen durchzuspielen, ohne dass es gleich «ernst» wird. Beim
Spielen können darüber hinaus alle fünf Sinne bewusst eingesetzt werden
(Rollenspiele, Planspiele). 4. Beginn, Abschluss und Übertritt Mögliche Mitglieder für eine Equipengründung sind ältere Pfadi,
Gruppenleiterinnen, Gruppenleiter und ehe-malige Pfadi im selben Alter. Der
Übertritt wird gemeinsam von den Leiterinnen und Leitern der 2. und 3. Stufe
vorbereitet. Egal ob es in der Abteilung eine Drittstufentradition gibt oder nicht,
kommt der Equipengründung ein sehr wichtiger Stellenwert zu. Oft liegt schon am
Start der Grundstein für das Gelingen oder Misslingen einer Equipe. Eine sorgfältige
Auseinandersetzung mit den zukünftigen Equipenmitgliedern und/oder ein
mitreissen-der Startanlass motivieren die neuen Mitglieder und geben Energie für die
Planung der ersten Unternehmungen. 5. Leiterinnen und Leiter Die Leiterinnen und Leiter der 3. Stufe werden Betreuerinnen und Betreuer
genannt. Sie begleiten unterstützend und beratend ihre Equipe und die einzelnen
Mitglieder auf dem Weg der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und müssen sich dabei
ihrer Vorbildwirkung bewusst sein. Sie achten besonders auf das Entstehen von
Abhängigkei-ten (Drogen, politische Meinungen etc.) und versuchen, durch die
Gestaltung des Equipenlebens präventiv zu wirken. |





